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Die Brunnen

Der Borner Brunnen

Der Borner Brunnen, wegen seiner Nähe zum Bahnhof von Bad Schwalbach auch als "Bahnbrünnchen" bekannt, liegt direkt rechts an der Aar und besteht aus einem etwa 1 m tiefen Schacht mit einer Treppe, der von einer ca. 2 m x 1 m großen Betonplatte abgedeckt ist.

Der damals für die Bürger sehr bedeutende Brunnen hatte eine hervorragende Wasserqualität. Unter all den Bad Schwalbacher Brunnen ist vom Borner Brunnen die älteste Darstellung erhalten. In der Zeit von 1594 bis 1596, also nach der Beschreibung der Schwalbacher Heilquellen im Jahre 1581 durch Dr. Jacob Theodor, hat der erzherzogliche österreichische Hofmaler Lucas van Valkenborch (1535 - 1597) drei Gemälde geschaffen, die das Aartal mit dem Borner Brunnen in unterschiedlichen Szenerien zeigen. Das Gemälde „Kaiser Rudolf II. bei einer Trinkkur“ ist im Bad Schwalbacher Kur-, Stadt-, Apothekenmuseum als überdimensionale Fototapete zu sehen.

Als die Aar vom 16. bis 18. Jahrhundert die Grenze bildete, gehörte der Borner Brunnen zum „Nassauischen Gebiet“, während die Langenschwalbacher Quellen zum „Hessischen Gebiet“ gehörten. Diese Quellen, wie der Wein- und Stahlbrunnen, brachten dem Landgrafen von Hessen-Rotenburg erhebliche Einnahmen. Eine solche Einnahmequelle wollte auch die Nassauische Regierung mit der Erschließung des Borner Brunnens anstreben und verfügte, die schon von alters her bekannte Quelle wieder zu reaktivieren.

Sie wurde gefasst und ein stattliches Brunnenhaus gebaut. Der Brunnen war jedoch mit neun Sandsteinstufen, die in die Brunnenkammer hinab führten, zu tief angelegt, sodass das „wilde Wasser“, womit die Aar gemeint war, jedes Mal bei Hochwasser den Brunnen überschwemmte. Nach nur wenigen Jahren hatte sich die Brunnenanlage in einen „Schmutzpfuhl“ verwandelt und die Brunnengäste blieben aus.

Erst im Jahre 1764 wurde die Quelle nochmals gefasst, die Brunnenkammer höher gelegt, das Brunnenhaus abgerissen und an erhöhter Stelle am Bergesrand wieder aufgebaut. Die Ausgaben für den Brunnen und die Beschaffung der Krüge waren zuletzt weit höher als die Einnahmen, woraufhin der Abfüllbetrieb aufgegeben, das Brunnenhaus abgerissen und die Wiesen verkauft wurden, um wenigstens einen Teil der Verluste auszugleichen. So geriet der Borner Brunnen langsam in Vergessenheit.

Erst mit dem Bau der Bahnstrecke Wiesbaden-Langenschwalbach 1887 bis 1889 stieß man wieder auf die Quelle des Borner Brunnens, die mittlerweile zum Gebiet von Langenschwalbach gehörte. Die Schwalbacher Bürger nannten sie fortan „Bahnbrünnchen“.

Auf Anordnung der Bahnbehörde hat man den Brunnen im Jahre 1964 aus Sicherheitsgründen stillgelegt, zugeschüttet und mit einer Betonplatte abgedeckt.

Im März 2007 wurde er wieder freigelegt und festgestellt, dass die Quelle immer noch sprudelt. Erste Untersuchungen des Quellwassers durch das Institut Fresenius ergaben eine einwandfreie Trinkqualität.


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