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Die Brunnen

Der Champagnerbrunnen

Die Champagnerquelle – wieder zum Leben erweckt

 

von Dr. Martina Bleymehl-Eiler, Kur-Stadt-Apothekenmuseum Bad Schwalbach

 

Von einem Natursteinbecken vor der Wandelhalle am Kurpark plätschert das Wasser des Champagnerbrunnens in Kaskaden hinunter. Diese anerkannte und öffentlich zugängliche Heilquelle ist erst vor einigen Wochen aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt worden. Bis dahin war die Mineralquelle nicht separat gefasst und fand daher auch nur wenig Beachtung. Dass der Champagnerbrunnen der Öffentlichkeit zugänglich ist, verdanken wir der Finanzierung des Vereins Haus- und Grund e.V.  

 

Die Quelle des Champagnerbrunnens entspringt etwa 20 Meter vom Gebäude des Weinbrunnen-Pavillons entfernt unter dem gepflasterten Platz vor dem Hang zum Hotel Eden-Parc. In einem privaten Tagebucheintrag vom November 1889 wird sie erstmals "Champagnerquellchen" genannt.

 

Über die Gründe für die Namenswahl lassen sich nur Vermutungen anstellen. Möglicherweise war es der leicht säuerliche Geschmack der Quelle und die Nähe zum Weinbrunnen, die zu dieser Benennung Anlass gaben. Vielleicht suchte man auch einfach nur nach einem mondän klingenden Namen, denn mit dem teuren Champagner verband man damals Luxus, Eleganz und Weltläufigkeit – kurzum alles, was einen bekannten Kurort ausmachte.

 

Der größte Zufluss zum Weinbrunnen

Lange bevor der Name erstmals genannt wurde, war die Quelle aber schon bekannt. 1851 ließ die herzoglich-nassauische Brunnenverwaltung, der fast alle Mineralquellen in Schwalbach gehörten, den Weinbrunnen neu fassen. Der Versand des Weinbrunnenwassers florierte, so dass dessen Schüttung kaum noch ausreichte, die Nachfrage zu befriedigen. Da das Herzoghaus an dem Wasserversand gut verdiente, hatte die Familie großes Interesse daran, den Weinbrunnen auch weiterhin intensiv zu vermarkten.

 

Der mit der Fassung des Weinbrunnens beauftrage Ingenieur sollte die in der Umgebung der Weinbrunnenquelle vorhandenen und bisher ungenutzten Quellen mit der Hauptquelle zusammenzufassen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen hatte der Weinbrunnen 10 Quellzuflüsse, zu denen auch die später so genannte Champagnerquelle gehörte. Mit fünf Liter Schüttung pro Minute dürfte die Champagnerquelle der wohl größte Zufluss zum Weinbrunnen gewesen sein. 

 

Anerkennung als Heilquelle

In den Jahren 1903 und 1904 wurden alle Schwalbacher Mineralquellen bis auf den Stahlbrunnen neu gefasst – so auch die Champagnerquelle. 1934 beantragte die Bade- und Brunnenverwaltung bei der zuständigen Behörde in Wiesbaden die Anerkennung der Schwalbacher Mineralquellen als Heilquellen. Da die Stadt 1927 das offizielle Prädikat "Bad" erhalten hatten, lag es nahe, nun auch die Quellen gemäß den Richtlinien des Deutschen Heilbäderverbandes klassifizieren zu lassen. Das Antragsverfahren zog sich in die Länge und der Krieg kam dazwischen.

 

Erst 1964 stellte die Kurverwaltung bei der hessischen Landesregierung einen neuen Antrag. Zusammen mit der Adelheidquelle, dem Wein-, Stahl-, Paulinen-, Ehe- und Neubrunnen wurde auch die Champagnerquelle durch das zuständige hessische Sozialministerium am 16. Januar 1975 als Heilquelle staatlich anerkannt. Die Ausweisung des neuen Heilquellenschutzgebietes erfolgte am 10. August 1987. 


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