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Die Brunnen

Der Weinbrunnen

Seinen Namen erhielt der geschichtlich bedeutendste Brunnen Bad Schwalbachs durch seinen an Wein erinnernden säuerlichen Geschmack. Dr. Jacobus Theodorus Tabernaemontanus beschwor in seinem 1581 erschienenen Buch "Der Neuw Wasserschatz" die Heilkraft dieses Brunnens und verschaffte dem damaligen Wollweberdorf Langenschwalbach Weltruhm. Der ursprünglich in Privateigentum befindliche Brunnen wurde erst 1820 nach 200 Jahren Streitigkeiten vom Herzogtum Nassau erworben. Seitdem ist es allen Bürgern der Stadt urkundlich zugesichert, stets freien Zugang zum Wasser des Weinbrunnens zu erhalten.

Zunächst war der im damals noch unwegsamen Gelände befindliche Brunnen mit Steinen gefasst und mit steinernen Sitzbänken und einer Laubenkonstruktion ausgestattet. Er hatte ein Becken, aus dem das frische Wasser geschöpft wurde und ein anderes, das der Reinigung der Trink- oder Transportgefäße diente. 1860 erhielt die Quelle eine erste Überdachung, 1870 wurde eine Trinkhalle fertiggestellt. In den Jahren 1903 bis 1905 wurde die Quelle neu gefasst.

Die heutige Weinbrunnenanlage des Architekten Wilhelm Kreis aus dem Jahr 1932 im Bauhausstil kommt eher nüchtern daher und sollte mit dem ebenfalls von ihm entworfenen ehemaligen Kurhotel (später Eden Parc) ein einheitliches Ensemble bilden. Das Heilwasser fließt aus zwölf im Kreis angeordneten Ausläufen, die gemeinsam die Form einer Wasserfontäne bilden. Sie sind rund um eine Kupferkugel angebracht, deren Fuß in einem von einer rechteckigen Marmorplatte umgebenen Abflussbecken mündet. Seit den 50er Jahren ziert eine Wanddekoration aus farbigem Gipsschnitt des Künstlers Eberhard Schlotter das Innere der Trinkhalle.

Der Weinbrunnen ist in der Zeit von Ostern bis Ende Oktober samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. Eine jederzeit zugängliche Zapfstelle befindet sich außen an der Seite.


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