Champagnerbrunnen

Der Champagnerbrunnen

Blick auf den Champagnerbrunnen


Der Champagnerbrunnen ist eine staatlich anerkannte Heilquelle mit hohem Eisen-, Calcium- und Magnesiumgehalt.

Er befindet sich linker Hand vor dem Stahlbadehaus am Anfang des Kurparks (Brunnenstraße 24) und ist frei zugänglich.

Charakterisierende Bestandteile:
Kohlenstoffdioxid 2140 mg/l, Eisen-Ion 19,7 mg/l, Natrium-Ion 42,8 mg/l, Magnesium-Ion 85,8 mg/l, Calcium-Ion 153,0 mg/l, Chlorid 70,0 mg/l, Hydrogencarbonat 865,0 mg/l, Kieselsäure 50,0 mg/l

Der Weinbrunnen ist ein Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Säuerling.

Trinkkur-Indikationen:
Unterstützende Behandlung von Harnwegsinfekten, Durchspülungsbehandlung bei Harnwegsleiden, Siliziumsupplementation bei Siliziummangel.

Geschichte:


Die Champagnerquelle – wieder zum Leben erweckt
von Dr. Martina Bleymehl-Eiler, Kur-Stadt-Apothekenmuseum Bad Schwalbach

Von einem Natursteinbecken vor der Wandelhalle am Kurpark plätschert das Wasser des Champagnerbrunnens in Kaskaden hinunter. Diese anerkannte und öffentlich zugängliche Heilquelle ist in Verbindung mit der Landesgartenschau 2018 aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt worden. Bis dahin war die Mineralquelle nicht separat gefasst und fand daher auch nur wenig Beachtung. Dass der Champagnerbrunnen der Öffentlichkeit zugänglich ist, verdanken wir der Finanzierung des Vereins Haus & Grund e.V.  

Die Quelle des Champagnerbrunnens entspringt etwa 20 Meter vom Gebäude des Weinbrunnen-Pavillons entfernt unter dem gepflasterten Platz vor dem Hang zum Hotel Eden-Parc. In einem privaten Tagebucheintrag vom November 1889 wird sie erstmals "Champagnerquellchen" genannt.

Über die Gründe für die Namenswahl lassen sich nur Vermutungen anstellen. Möglicherweise war es der leicht säuerliche Geschmack der Quelle und die Nähe zum Weinbrunnen, die zu dieser Benennung Anlass gaben. Vielleicht suchte man auch einfach nur nach einem mondän klingenden Namen, denn mit dem teuren Champagner verband man damals Luxus, Eleganz und Weltläufigkeit – kurzum alles, was einen bekannten Kurort ausmachte.


Der größte Zufluss zum Weinbrunnen
Lange bevor der Name erstmals genannt wurde, war die Quelle aber schon bekannt. 1851 ließ die herzoglich-nassauische Brunnenverwaltung, der fast alle Mineralquellen in Schwalbach gehörten, den Weinbrunnen neu fassen. Der Versand des Weinbrunnenwassers florierte, so dass dessen Schüttung kaum noch ausreichte, die Nachfrage zu befriedigen. Da das Herzoghaus an dem Wasserversand gut verdiente, hatte die Familie großes Interesse daran, den Weinbrunnen auch weiterhin intensiv zu vermarkten.
Der mit der Fassung des Weinbrunnens beauftrage Ingenieur sollte die in der Umgebung der Weinbrunnenquelle vorhandenen und bisher ungenutzten Quellen mit der Hauptquelle zusammenzufassen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen hatte der Weinbrunnen 10 Quellzuflüsse, zu denen auch die später so genannte Champagnerquelle gehörte. Mit fünf Liter Schüttung pro Minute dürfte die Champagnerquelle der wohl größte Zufluss zum Weinbrunnen gewesen sein. 

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