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Kirchen

in Bad Schwalbach und Stadtteilen
Kapelle Maria, Hilfe der Christen (Lindschied)

Die Lindschieder Katholiken hatten einen weiten, besonders im Winter beschwerlichen Weg zum sonntäglichen Gottesdienst. Die behelfsweise Lösung eines 14-tägig im ehemaligen Kinosaal der Villa Lilly in Lindschied stattfindenden Gottesdienstes war unbefriedigend und so wurde trotz schwerer Bedenken der Entschluss zum Bau einer Kirche gefasst. Da das Bischöfliche Ordinariat keinen Zuschuss geben konnte, war die Gemeinde auf Spenden und Eigenleistung angewiesen. Der Bauplatz wurde vom Kirchenvorstandsmitglied Philipp Weis kostenlos zur Verfügung gestellt, das Bauholz von den Bürgern. Der Wiesbadener Architekt Paul Johannbroer übernahm kostenlos die Planung und Bauführung. Immer wieder fanden sich wohltätige Firmen, die der armen Gemeinde entgegenkamen und Arbeiten sogar kostenlos ausführten. Beeindruckt von der Leistung der 140 Katholiken half nun auch die bischöfliche Behörde und der Bonifatiusverein weiter. Im August 1955 wurde die Marienkirche in Lindschied feierlich eingeweiht.

Das 120 Gläubigen Platz bietende Gotteshaus schmücken ein königliches Kreuz über dem Altar und an der Seite die Schutzmantelmadonna „Maria, Hilfe der Christen“, beides von dem Bildhauer Franz Bernhard. Die engagierten Gemeindemitglieder ruhten dennoch nicht, bis im Herbst in dem noch leeren offenen Glockenstuhl eine Glocke hing. Die "Marienglocke" mit der Inschrift "Die auf den Herrn hoffen, die werden nicht fallen, sondern ewiglich bleiben" konnte jedoch anfangs nicht in ganz Lindschied gehört werden, so dass in den darauffolgenden Jahren der Glockenturm erhöht und geschlossen wurde. Ende der 1970er Jahre wurde ein auf festem Fundament gebauter Aufbewahrungsraum in einen Gemeinderaum mit Teeküche umgebaut. 1962 wurde die Kirche mit einer Orgel komplettiert. Damit der Pfarrer den Gottesdienst mit Blick zur Gemeinde halten konnte, wurde im Juli 1973 der Altar erneuert. Da die Kirche inzwischen teilweise renovierungsbedürftig geworden ist und von Seiten des Bistums keine Mittel gezahlt werden, wurde 2009 der Förderverein zur Rettung der Marienkirche gegründet, um die Kirche vor dem Verfall zu retten. Über viele Jahre feierte die katholische Kirchengemeinde regelmäßig ihre Sonntagsgottesdienste in der Marienkirche. Heute wird die Kirche auch von der evangelischen Kirchengemeinde und ökomenisch genutzt.


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