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Kirchen

in Bad Schwalbach und Stadtteilen
Reformationskirche (Adolfstraße 34)

Die Reformationskirche wurde 1729 bis 1740 von den aus Rhens am Rhein zugewanderten reformierten Christen gebaut. Erst 1933 erhielt sie ihren heutigen Namen, zum Gedenken an den 450. Geburtstag Martin Luthers. Bis dahin wurde sie zur Unterscheidung von der Martin-Luther-Kirche „obere Kirche“ genannt.

Die Hallenkirche entstand auf Veranlassung des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel, dessen Porträt sich mit der Jahreszahl 1729 auf je einer silbernen und einer goldenen Gedenkmünze befand, die in die beiden dicken Steinblöcke, die man aus der Ruine der Burg Adolfseck herausgebrochen hatte, eingelassen waren. Die erst notdürftig fertiggestellte barocke Kirche hatte eine miserable Akustik und erhielt erst etwa 20 Jahre später teilweise Sandsteinplatten statt Dielen als Fußboden, eine Eingangstreppe, Fensterläden und einen von einem Wetterhahn gekrönten Dachreiter, der die Glocke aufnahm.

Die Reformierte Kirche, die sich von der anfänglich einheitlichen Lutherischen Kirche abgespalten hatte, die sich durch eine andere Auffassung vom Abendmahl, in der Prädestinationslehre und in der Kirchenverwaltung unterschied, wurde 1817 in der so genannten „Idsteiner Union“ wieder zu einer gemeinsamen evangelischen Landeskirche vereinigt. Da lange unklar war, was endgültig aus den nun zwei Kirchengebäuden werden sollte, wurde die obere Kirche 1823 bis 1825 nur halbherzig renoviert. Sie erhielt zwei Seitenemporen für zusätzliche Kirchenbänke und größere Fensteröffnungen. Eine leicht gewölbte mit Papier bezogene Bretterdecke sollte die Akustik verbessern, Haupteingang und Treppe zur Stadtseite hin wurden verbreitert. Erst 1838 erhielt sie die lange geforderte neue Orgel.

1903 wurde die obere Kirche nach Plänen des Architekten und Kirchenbaumeisters Ludwig Hofmann umgebaut. Eine moderne Ofenheizung wurde installiert, die Holzdecke wurde von der Oberseite mit Lehm isoliert, von der Unterseite verschalt, die Seitenemporen wieder abgerissen. Die von einem breiten Mittelgang getrennten Bankreihen wurden zusammen geschoben, der Innenraum im historischen Stil ausgemalt und eine neue bunte Fensterverglasung eingesetzt. Eine überdachte Eingangshalle an der Westseite wurde als Aufgang zur Empore errichtet, sodass im Kircheninneren Platz für weitere Bankreihen entstand. Nicht zuletzt gab es eine neue Orgel, die Walckerorgel. 1924 kamen neue Kirchenglocken als Ersatz für die im Krieg eingeschmolzenen.

1970 wurde das Gemeindehaus gebaut und die Kirche erhielt moderne Fenster mit der Darstellung der vier Elemente und nochmals eine neue Orgel. Der schwarze Marmoraltar wurde durch einen schlichten Holzaltar ersetzt. Im Zuge einer weiteren Renovierung 2005 wurde unter anderem die Kanzel von der Mitte hinter dem Altar auf die rechte Seite näher an die Gemeinde versetzt. Das Innere ist zu einem hellen, einladenden Kirchenraum geworden.


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